Sonntag, 17. Oktober 2010

amore











ich komme gerade aus dem film "amore" mit tilda swinton. ein unkonventioneller film, obwohl es über eine sehr reiche italienische familie geht. der film ist auch auf italienisch. die familie lebt von einer firma, vom großvater gegründet. als der stirbt, vererbt er es an seinen sohn und an seinen enkel - überraschenderweise. der enkel ist auch derjenige, der entsetzt ist, über die vorgehensweise in der firma und es trifft ihn hart, als die fabrik verkauft werden soll. seine schwester, zum unmut vieler, malt nun nicht mehr, sondern fotografiert. schneidet sich die haare kurz und liebt eine frau. tilda dagegen verliebt sich in den koch. der film geht zuerst sehr subtil vor. dann schmeisst er einen in die schönsten liebes und sexgefühle. sehr schön aufgemacht, man hat sich gleich mitverliebt bzw wäre gerne verliebt. dann kommt die tragödie. ich weiß nicht, wann ich zum letzten mal bei einem film geweint habe.
ein sehr durchdringender gleichzeitig aber stiller film. jedesmal, wenn ich einen film anschaue, der mich fast schon in einen schockzustand zurücklässt, denke ich, kein film konnte und kann mich so berühren. bis ich dann im nächsten film sitze und denke, wie sehr ich das kino liebe.

das kino ist im 13 arrondissement, in einem sehr neuen viertel. es gibt viele hochhäuser, mordern, mit viel glas. das kino hat einen shop, in dem allerlei interessantes verkauft wird. ich hab ein paar bilder gemacht.

ansonsten lag ich den ganzen tag im bett. sonntag halt.

hier der trailer zu "i am love" bzw "amore"

Samstag, 16. Oktober 2010


ich hätte hier gerne über die sehr interessante ausstellung im modernen museum berichtet. aber ich wusste nicht, dass gestern eine neue ausstellung gestartet hat, sodass 300 leute eine schlange bildeten und dabei vom fernsehen gefilmt und interviewt wurden. ich sollte endlich mal anfangen, meinen unternehmungen besser zu organisieren. wenn man sich karten im netzt kauft, dann kommt man sehr leicht rein. ich hab gerade mal geschaut und es ist ein wenig schwierig, denn für morgen kann man sich keine mehr bestellen - alles voll. super. ich schaute auch nach der monet ausstellung (ich hab so ein glück, gerade dann in paris zu sein, wenn seit 30 jahren die größte ausstellung monets stattfindet) und da ist für die nächsten zwei monaten kaum noch was zu finden, die wochenenden sind teilweise komplett ausgebucht, nur so abends um 20 uhr gibt es noch welche. ich denke, ich werde am 1 oder 2 januar ins museum gehen, da werde ich die bilder wohl für mich alleine haben. super idee oder? vielleicht kommen aber auch sehr viele touristen, wegen den feiertagen...hm. ich denke da nochmal drüber nach.

naja ich ging shoppen. eigentlich wollte ich das NICHT tun. aber dann hatte gap seine sachen um 75% reduziert. sachen, die vorher 70 euro gekostet haben, kosteten so gut wie nichts mehr. ich hab ein sehr schönes outfit gefunden. ein altrosa kleid und eine strickweste, die dazu sehr gut aussieht. ich bezahlte 30 euro, was mich vorher 110 euro gekostet hätte. eigentlich wollte ich nur eine neue yoga-dvd kaufen!!

ich lief noch so weiter in den châtelet hallen herum, auf der suche nach fenchel tee. den fand ich erst hier, im bioladen.

also eigentlich gibt es nichts zu erzählen, ich hab ja nichts gemacht. ich habe sehr sehr lecker zu abend gegessen! endlich mal wieder was sehr gutes. eigentlich wollte ich mich heute um mein studium kümmern. ich glaube, ich gehe elle lesen, im wohnzimmer. die eltern sind, wieder mal, aus. gabriel ist krank. wehe ich muss montag hierbleiben deswegen. gerade linguistik darf und will ich nicht verpassen. mit der arbeit ist das sone sache. einerseits kann ich mir ein super leben leisten, kino, bücher, filme und die klamotten nicht vergessen andrerseits habe ich für vieles keine zeit. aber ist das nicht immer so mit der arbeit?

was mich heute berührt hat: in der metrostation zu den einkaufshallen sitz immer ein alter mann, mit einer schale. er ist gepflegt und es bricht mir jedesmal das herz, wenn ich ihn sehe. hier in paris wird sehr viel gebettelt. mich berührt es nicht, denn die meisten bettler betteln mit system. sie legen zum beispiel ausgedruckte, bunte zettel auf den metrositzen, wo sie um geld bitten. oder sie steigen ein und sagen immer den selben satz auf, dass sie sich entschuldigen zu stören ect. oder sie knien in betposition auf der straße. oder laufen mit ihren vielen kindern in der metro herum und drücken ihr neugeborenes den menschen ins gesicht. das problem dabei ist, dass alle bettler eine dieser methoden verwenden. systematisches betteln, alle machen es auf die gleiche art und weise. irgendwas stört mich daran. es ist wie werbung: wie bringe ich mich am besten an den mann, was ist die beste art damit er sein portmonnaie zückt? vielleicht ist das gemein von mir. aber dann sitz da dieser mann, tag ein tags aus, mit einem zettel "ohne ressourcen". oder der mann, ebenfalls alt und müde, in gepflegten aber kaputten klamotten, der saxophon spielt. ich weiß nicht wo und wie ich zwischen diesen bettlern differenziere, ob es nicht pure arroganz ist. aber diese beiden alten männern bringen mich fast zum heulen.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

for a long time i have told lies


der tag hat nicht genug stunden, die woche nicht genug tage. ich weiß nicht, wie ich das in der klausurenphase schaffen soll. ich bin überhaupt nicht in studierstimmung. vielleicht, weil die sprache distanz schafft. mir das gefühl von urlaub vermittelt. vielleicht, weil mein arbeitsplatz nicht gerade ideal ist.
diese woche war bisher gut. ich habe viel verstanden, ich muss kein exposé halten, das chaos lichtet sich. ich würde dennoch gerne mehr für die uni arbeiten, aber mir fehlt die zeit. abends bin ich müde. und die lange fahrzeit zur uni und zurück nimm auch viel zeit in anspruch, mindestens 2 stunden am tag.
die studenten fangen nun auch an zu streiken, sie rufen zu demonstrationen auf. ich bin ganz überrascht.
ich merke, wie mein französisch sich verbessert. wie es sich verändert. was ich alles erzählen kann. was ich alles verstehe. spontan und flüssig.
die schulferien sind gleich mit den uniferien. was mich extrem erleichert, denn ich verpasse nichts, wie anfangs gedacht. denn in november sind die ersten tests und es gibt erste hausaufgaben abzugeben. zum glück muss ich nicht auch noch referate halten. erasmusbonus halt.
es gibt hier überall sehr viele asiaten. also mich nerven sie. vielleicht weil ich zu oft in einer schlange stand, in der asiaten hinter mir standen, laut, kichernd und mich ständig schubsend. naja auf alle fälle haben die alle kleine elektronische wörterbücher, die sie am anfang der stunde vor sich aufbauen und dann eifrig konsultieren. am dienstag saß ein mädchen vor mir, die das ebenfalls tat (die hatte auch ein diktiergerät dabei, was ich große klasse fand als idee) und auf einmal, die professorin redete von irgendwas, tönte es laut "RIDICULE" was "LÄCHERLICH" bedeutet. es kam von dem wörterbuch der asiatin. das war sehr witzig.

gabriel hat das thema der sexualität für sich entdeckt. seine mutter hat ihn zwei bücher gekauft. nach den hausaufgaben zog er sich dann zurück (er gab mir sogar extra frei "du darfst nun machen was du willst" was ich nur mit einem sehr ironischen danke beantworten konnte) und widmete sich der ausführlichen lektüre seiner neuen bücher. beim abendessen und danach redeten wir dann nur über spermien, eier und geschlechtskrankheiten. ich erzählte ihn lustige dinge, die ich so weiß und er erzählte mir, was er so gelesen hat. unsere gespräche am essstisch sind oft die besten.

Mittwoch, 13. Oktober 2010


heute war ein überraschend angenehmer tag. bis 9 geschlafen, mit gabriel gefrühstückt, ihn zur musikschule gebracht, es war überraschend kalt, danach nach hause, duschen, danach wieder zurück und ne stunde warten, dabei festgestellt, dass das buch was ich lesen muss, überraschend gut ist, danach rumhängen mit gabriel, das heisst zwei stunden wi-spielen, zwei stunden ton kneten, dann einkaufen, während er judostunde hatte, dann zuhause rumhängen, also wi-spielen und nach dem abendessen flug für weihnachten buchen, mit der frage, will ich silvester in deutschland sein oder nicht? nein, habe ich beschlossen.

Dienstag, 12. Oktober 2010

someone please cut the light


also im endeffekt hat der streik mich kaum berührt, die busse fuhren seltener. ich war sogar viel zu früh und es waren wenige leute unterwegs. ich war bereits kurz vor neun am gare de lyon, da kein bus fuhr, beschloss ich, zu fuß zu gehen. und als ich über die seine war, links das haus des designs, dahinter die aufgehende sonne, rechts von mir, in der ferne notre dame, da beschloss ich, durch den jardin de plantes zu spazieren. ich hätte ein foto machen sollen. aber das hätte nicht die frische luft einfangen können und auch nicht den gleichschritt von den vielen joggern (gruppen von polizisten und feuerwehrmännern und schulklassen...).
uni war wie immer. ich versuchte mitzumachen, ich mach mich irgendwie verständlich, also ich stammel und sagen oft "ding" "etwas"...aber es war okay. danach fuhr ich wieder nach hause, blauer reiner himmel, keine probleme. zuhause machte ich hausaufgaben, denn wir haben immer hausaufgaben auf. manchmal kontrollieren sie, ob man sie wirklich gemacht hat. sie fragen einen spontan ab. schön oder? wie in der schule. donnerstag werde ich mich mit meinem prof aus textanalyse unterhalten müssen und ihm erklären, warum ich das mit dem exposé nicht hingekriegt habe. der junge mann ist derartig engagiert, dass ihm meine ausführliche mail nicht gereicht hat.

naja noch mehr details? gabriel hat sich heute eine stunde lang wie n asi aufgeführt. also habe ich ihn multiplizieren lassen, bis er die reihe 8 fehlerfrei aufsagen konnte. das hat 15 minuten gedauert. die 9 hat dann wunderbar geklappt. aber dann hat er beschlossen, alles doof zu finden und nach 5 min dachte ich mir, ich werde ihn nun nicht ne halbe stunde bequatschen, dass dieses oder jenes spiel doch total toll sei, ob wir es nicht mal versuchen wollen? also habe ich ihn violine üben lassen. und zwar 20 minuten. wenn er böse ist, dann spielt er wesentlich besser als sonst. als ich ihm das sagte, war er wieder am grinsen. aber nein, das waren nur ausversehen 2 sekunden die er vergessen hat, genervt zu sein. also schickte ich ihn duschen. und tada, wie immer, nach der dusche, ist der gabriel ein weiches, albernes lamm. soviel zum thema kindererziehung...

Montag, 11. Oktober 2010

versailles war großartig. mehr kann ich dazu gar nicht sagen. obwohl dreimilliarden touristen da waren (man beobachte: auf den bildern sieht man kaum welche!) hat man die zeit dort förmlich gespürt. das schloss mit der parkanlage ist so beeindruckend, imposant und wunderschön. der park muss früher die menschen förmlich provoziert haben, sich in ecken, hinter sträuchern, neben geräuschvollen springbrunnen zu verstecken und heimliche dinge zu tun. all die menschen, die vernunftehen eingingen, die im park mit all den kultivierten aristokraten spazieren gingen, mussten doch von dem charme der alles verschluckenden hohen sträucher dazu angelockt werden, sich zu verlieben und ehebruch zu begehen. diese anlage bietet sich gerade dazu an. stundenlang spazieren zu gehen, immer weiter, hinter immer mehr ecken, fontainen, wäldern und seen. verstohlene küsse. aber auch andere heimlichkeiten haben dort sicher ihren platz gefunden.

heute war uni und für ein paar stunden hatte ich die geniale idee, mir ein diktiergerät zu besorgen. auch wenn in linguistik die diktate besser strukturiert sind. aber dann sagte sie, wir schreiben bald einen ersten test...aber dann fand ich heraus, dass son gerät, dass man wirklich auch für größere räume benutzen kann, ca 150 euro kostet. die billigen. und nun wäg ich ab, ob es wirklich notwendig ist. hmmmmm. ich glaube nicht. es ist aber sehr verlockend.

es ist kalt in paris! die sonne scheint zwar am strahlend blauen himmel, aber sie hat endlich an intensität abgenommen. ich weiß auch nicht, warum ich das hier nicht ertrage.

morgen streiken wieder verschiedene organisationen, was bedeutet, dass der verkehr stark eingeschränkt ist. ich werde wohl mit großer verspätung an der uni ankommen, aber ich muss es versuchen. ah diese streiks. meine theorie: also in der schule und in der uni, da werden die franzosen zu fast schon mundtoten mitschreibern herangezogen. sie trauen sich nicht zu reden, sie beschweren sich nie, sie akzeptieren alles (naja). in einem unterrichtswesen, dass so wenig wert auf kommunikation legt, ist es da verwunderlich, dass da erwachsene bei herauskommen, die anstatt über die probleme zu diskutieren (naja sie reden bestimmt) einfach die arbeit niederlegen? gut, im fernsehen diskutieren sie ewig und immer. jedenfalls nervt es mich tierisch a, dass sie ständig streiken. und ständig gegen irgendwas sind. man muss seine arbeit schon sehr hassen, wenn einem eine verlängerung von ein-zwei jahren so auf den keks geht. ich hoffe, ganz naiv, dass ich in dem alter eine arbeit haben werde, die ich ungerne beenden möchte.

gabriel und ich haben heute mit ton moduliert. dreimal dürft ihr raten, was ich gemacht habe. ich konnte es gar nicht aus den händen legen. manchmal denke, so ein kunststudium hätte mir schon sehr gefallen. mich extrem gereizt. auch wenn ich nicht annähernd begabt bin.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Samstag, 9. Oktober 2010

cut the light




ich war im kino, ich habe den neuen film von woody allen gesehen. ich mag nur einen film von woody und das ist match point. dieser hier "vous allez recontrer un bel et sombre inconnu" ist ganz nett, ein zweites mal würde ich mir ihn nicht anschauen. war dennoch keine verschwendete zeit. der saal war voll, obwohl es 14 uhr an einem sehr warmen samstag war.
danach bin ich ein wenig shoppen gegangen (das hebt immer die stimmung) und habe dann ein sandwich im park bercy gegessen. es waren natürlich sehr viele menschen da. ich las in der sonne meine "elle" und bin dann nach hause gefahren.
in der "elle" war ein artikel über die rer (metro die das centrum mit den banlieus, den vororten, verbindet) a, was meine ist. jeden tag benutzen mehr als eine million menschen diese zuglinie. es wurde über die katastrophalen bedingungen berichtet und was das für die menschen bedeutet. mindestens einmal die woche kommt es zu langen verspätungen, in den rush hours kann man kaum noch atmen. manchmal steht man einfach so 10 min in einem tunnel. erinnert mich ein wenig an die bahn in deutschland. an die nordwestbahn speziell.
heute abend muss ich wieder babysitten. deswegen war ich den ganzen tag draussen, weil ich sonst ausflippen würde. aber so schlimm ist es gar nicht.
morgen hat mein gastvater geburtstag. ich weiß gar nicht, ob ich das irgendwie mitfeiern werde. ich hab auf alle fälle eine hübsche schokolade gekauft und ausversehen auch eine irre teure karte. er steht total auf milchschokolade.

ich habe heute extra einen lesefreien tag gemacht. außer die "elle", die zählt aber nicht richtig, da gibt es mehr bilder als anspruchsvolle artikel. und der film war auf englisch mit untertiteln.

was ich morgen mache, weiß ich noch nicht. es soll wieder sehr warm werden. ich wollte nach versailles fahren. vielleicht mache ich das.

Freitag, 8. Oktober 2010

we used to wait for it


anstrengender tag. ich musste früh aus dem haus, ich war so müde. hatte 3 stunden lang einen literaturkurs und einige studenten haben sich konstant unterhalten. das war so ermüdend, ich bekam deswegen vieles nicht mit. danach habe ich auf meine mitreferenten für das expose nächste woche gewartet. sie sind nicht gekommen. ich kann sie nicht kontaktieren. ich denke, das wird ins wasser fallen und wisst ihr was. ich finde das gar nicht schlimm. ich kriege dann zero punkte, aber ich brauch weder die note noch die punkte. ich hab einfach schiss.
danach 1 1/2 stunden unterricht über frankophone literatur. der prof hat ganz alleine geredet, ganz durcheinander hat er von der entwicklung der frankophonen literatur erzählt. hallo, sowas kann man strukturieren und auf n zettel schreiben, somit wir alle was davon haben. der ganze kurs saß da und war genervt. der prof hört sich gerne reden. er hat n akzent, ich verstehe so gut wie nichts. himmel, wir sind hier nicht in den 50'. aber es gibt hier weder beamer noch projektoren.

einen großteil der woche sah es in meinem kopf folgendermaßen aus: HALLO BITTE DEUTLICHER SPRECHEN KÖNNT IHR DA HINTEN MAL RUHIG SEIN MACH DEN MUND AUF WENN DU SPRICHST NUSCHEL NICHT HAT DIR DEINE MUTTER DAS NICHT BEIGEBRACHT KÖNNT IHR DAS BITTE WIEDERHOLEN KANN MIR DAS BITTE JEMAND ÜBERSETZTEN HALLO ICH VERSTEHE DAS NICHT UND DAS AUCH NICHT UND BITTE WIEDERHOL ES SCHREIB ES AN DIE TAFEL HÖR AUF ZU DIKTIEREN ICH KOMMT NICHT MIT WIE SCHREIBT MAN DAS WAS WAR DAS FÜR EIN WORT BITTE HALLO ICH VERSTEHE DAS NICHT.

genau so. wisst ihr wie ermüdend das ist, den ganzen tag mit solchen buchstaben im kopf herum zu laufen, die stirn zu runzeln, fragezeichen zu spucken....

ich habe es satt. ich habe keine lust mehr. ich will kein französisch mehr lesen sehen hören. ich will es nicht mehr sprechen und nicht mehr schreiben. ich brauch n cut. eine pause. ich bin es über. ich möchte deutsch sprechen, möchte an einer deutschen uni sein, ich möchte nach hause, in den nebeligen herbst oldenburgs. hier ist es warm und laut und ich habe bauchschmerzen.

Donnerstag, 7. Oktober 2010


wieder ein anstrengender tag. obwohl ich früh schlafen gegangen bin, bin ich den ganzen tag müde gewesen. eher erschöpft. auch mehr schlafen hätte wohl nicht helfen können.

heute morgen hatte ich zwei stunden meinen lieblingskurs über die fiktion der disparition in der modernen literatur. sebald, mondiano, auster. ich konnte mich ein paar mal zu wort melden. der kurs ist klein. auch muss ich kein exposé halten, darf es schriftlich erledigen, zu einem buch meiner wahl. die abschlussklausur von glaube ich 4 stunden wird hart. das ist wahnsinn, was die für ein paar punkte verlangen. sie diktierte wieder sachen, ich kam nicht mit. nicht schlimm, es waren infos, die ich mir woanders herholen kann und dinge, die wir im laufe des kurses wiederholen werden. aber meine kurse im allgemeinen muss ich intensiv vor-und nachbereiten. die sprache ist ein hindernis.
noch schlimmer war es im darauffolgenden kurs. textanalyse. alle sind am quatschen, die akustik ist schlecht, der raum voll. wenn die studenten mal was sagen, dann flüstern sie, nuscheln was vor sich hin. analyse satz für satz eines balzactextes. hab ich schon gemacht, mehrmals, habe ich gut hingekriegt. aber das war ein kurs mit deutschen, wir haben es sehr langsam in einer kleinen gruppe gemacht. aber hier, da sind 20 leute die super gut und super schnell assoziieren, interpretieren, so wie wir es mit nem deutschen text hinkriegen würden. wäre das alles auf deutsch, ich käme besser mit. natürlich. es ist frustrierend. eine so detaillierte analyse eines frz textes.
ich verstehe sovieles nicht. soviele wörter sind mir fremd, ich kann auf fragen nicht antworten, ich verstehe wortspiele nicht, ich kenne die frz geographie nicht genug, auch kann ich wörter in wörter nicht erkennen. ich kenne zwar den unterschied zwischen "née à " und "née de" aber die feinheiten entgehen mir, ich kann daraus keinen analysepunkt machen, ich erkenne darin keine doppeldeutigkeit die das ganze buch einleitet....ich fühle mich taub und stumm und ausgeliefert einer welt, in der ich sovieles nicht verstehe, obwohl ich es verstehen muss, ich brauch die sachen für die klausuren, aber auch einfach, um den kurs folgen zu können. es ist anstrengend, frustrierend und gemein.

danach hatte ich schlechte laune, war wie immer ausgehungert und kaufte mir irgendwo irgendeinen teuren scheiß, und nachdem ich das nun tagelang so betrieben habe, streikt mein körper.
auch das ständige lesen nervt. ich war wirklich fertig heute. moralisch wie gehirntechnisch.

dafür ist das wetter ein traum. ich lauf ärmellos durch die gegend. es ist warm. auch wenn es mich irritiert. manchmal sogar annervt. ich bin so trainiert auf das graue, regnerische wetter oldenburgs. den effekt kannte ich schon aus nizza. es war so heiß im oktober, ich wollte regen, tagelangen regen und nebel und einen mantel tragen können.

ich kriege meine erkältung nicht weg, ich vermute, dass da irgendwo eine infection vor sich hinschlummert. hmmmm......

das foto ist aus dem palais elysee

Mittwoch, 6. Oktober 2010

ich bin müde

the arcarde fire - we used to wait

I used to write,
I used to write letters I used to sign my name
I used to sleep at night
Before the flashing lights settled deep in my brain

But by the time we met
By the time we met the times had already changed

So I never wrote a letter
I never took my true heart I never wrote it down
So when the lights cut out
I was left standing in the wilderness downtown

Now our lives are changing fast
Now our lives are changing fast
Hope that something pure can last
Hope that something pure can last

It seems strange anekatips
How we used to wait for letters to arrive
But what's stranger still
Is how something so small can keep you alive

We used to wait
We used to waste hours just walking around
We used to wait
All those wasted lives in the wilderness downtown

oooo we used to wait
oooo we used to wait
oooo we used to wait
Sometimes it never came
(oooo we used to wait)
Sometimes it never came
(oooo we used to wait)
Still moving through the pain
(oooooo)

I'm gonna write a letter to my true love
I'm gonna sign my name
Like a patient on a table
I wanna walk again gonna move through the pain

Now our lives are changing fast
Now our lives are changing fast
Hope that something pure can last
Hope that something pure can last

oooo we used to wait
oooo we used to wait
oooo we used to wait
Sometimes it never came
(oooo we used to wait)
Sometimes it never came
(oooo we used to wait)
Still moving through the pain
(oooooo) anekatips

we used to wait (x3)


We used to wait for it
We used to wait for it
Now we're screaming sing the chorus again
We used to wait for it
We used to wait for it
Now we're screaming sing the chorus again

I used to wait for it
I used to wait for it
Hear my voice screaming sing the chorus again

Wait for it (x3)

irgendwann werde ich diesen song hören und mich daran erinnern, wie ich in einem warmen oktober die pariser metro benutzte, durch pfützend lief und sandwiches aß. zur uni ging und nichts verstand, von dem was ich hörte und las. es kann so schwierig sein, zu leben.

die jugend ist ein glas, das man nur einmal leeren kann


heute war ein anstrengender tag.
gabriel war dreiviertel der zeit ein arsch. ein richtiges arschlochkind. ich habe ihn heute sehr oft zurechtweisen müssen. auch böse. denn er ist ein kleiner arroganter klugscheißer. furchtbar anstrengend. dass es nicht nur mir so geht mit ihm, hat gestern abend seine mutter bewiesen: sie hat mit ihm hausaufgaben gemacht, den teil, den ich nicht hingekriegt habe (un motagne pelée?) und ist bereits nach 2 minuten explodiert und hat dann ganz typisch mama-haft seine etui auseinander genommen und geschimpft, dass soviel fehlt. meine toleranzgrenze ist doch weit aus höhe. hätte ich nicht gedacht. nur heute, da hatte ich keine lust auf dieses diskutieren um jeden kleinen scheiß und auch seine elendigen ausreden hingen mir zum hals raus. und dann verdreht er auch noch die augen! der junge hat glück dass mein französisch noch nicht sehr ausgereift ist....

ich verbringe jede freie minute mit lesen, aber mit einem aufgezwungenem lesen. ich mag natürlich nicht alle bücher, die ich lesen muss; viel schlimmer ist, dass ich bücher dabei habe, wo ich pro seite nur einen satz verstehe und gerade so den roten faden verfolgen kann. es gibt bücher, von anspruchsvollen autoren, da verstehe ich ein wort pro seite nicht, deswegen ist es hart für mich, bücher zu "lesen" wo das anders herum ist, mir entgeht natürlich viel, vom stil ganz zu schweigen. es ist anstrengend. mir hängt es zum hals raus. mein kopf kann nicht mehr. dass ich ständig soviel nicht verstehe. im unterricht und nun die bücher. es ist wirklich anspruchsvoll. es hilft nur noch laut musik hören.

Dienstag, 5. Oktober 2010


dienstag.
ich wohne nun ein paar wochen hier, es kommt mir mittlerweile wie eine kleine ewigkeit vor, und seitdem benutze ich auch den gare de lyon. meistens zum umsteigen, wenn ich nicht durchfahre. und letztens, so im regen, stand ich an der bushaltestelle, wartete, wieder mal, auf meinen bus und entdeckte dabei, dass das gebäude des gare de lyons ziemlich beeindruckend ist. ganz anders als das dreckslos bestehend aus tunneln und treppen, welches ich bisher kannte. das gebäude ist halt riesig und unterirdisch noch sehr verzweigt. ich kannte bisher immer nur den "hintereingang", oder andere kleine eingänge, es ist wie bei einen ameisenhaufen. und wenn du rausgefunden hast (es gibt 13 verschiedene ausgänge, die aussgeschildert sind und wenn du der falschen nummern nachläufst, kann es sein, dass du oberhalb, inden straßen, n umweg von locker 2 km gegangen bist) bist du schnell unterwegs und da sind dann die anderen gebäude (besonders beim gare de lyon), die dir die sicht versperren. und normalerweile bin ich hier fast schon am laufen, weil ich wiedermal zu spät dran bin.

also mit der uni, das läuft. ich krieg nur ein teil mit, während ein großteil der studenten seitenweise text produzieren, mache ich mir 5 stichpunkte. heute war es besonders schlimm, denn ich hatte keine sicht auf die tafel und alle die namen und ziffern die sie diktiert hat ( ich HASSE es, dass hier ständig diktiert wird, gebt mir doch einfach den blöden zettel!) gingen für mich verloren. und die neben mir, die wusste es auch nicht besser. da ich aber ein mittlerweile ein anderes mädchen kenne, wir haben 3 kurse miteinander, konnte ich mir die fehlenden notitzen so grob zusammenschustern. so wird das wohl in zukunft aussehen. in deutschland habe ich alles verstanden.

heute hatte ich heimweh. ich musste an mein zimmer denken, und daran, dass ich dort nicht arbeiten musste. ich konnte nach der uni machen was ich wollte. eine stunde lang fernsehschauen. ein bisschen lernen. meinen kram machen. ich hatte zwar kein geld. und hier ist es ein wenig wärmer. aber dennoch. es sind nur ein paar monate. und mir tut dieser straffe zeitplan gut, sehr gut sogar. aber irgendwie vermisse ich die grauen, kurzen tage, wo ich nur für mich, ganz langsam richtung winterdepression rutsche. es ist kein gefühl der traurigkeit. bloss eine große stille. winterschlaf.

Sonntag, 3. Oktober 2010


heute war es unglaublich warm. und ich mag diese wärme nicht. ich bin ständig falsch angezogen. mal trage ich zuwenig, mal viel zu viel. in den bussen und in der metro ist es immer schwül und draussen ist der wind frisch, dann taucht die sonne auf und zack, biste am schwitzen. heute waren es 25 grad und ich will mich wirklich nicht beschweren, nein denn es war ein wunderschöner sommerlicher tag, aber gleichzeitig auch herbst. ich bin so an das doch recht harte wetter oldenburgs gewöhnt, hier ist es wesentlich milder. aber es regnet alle paar tage und dann wird mein husten wieder schlimmer und die sorgenfalten auf elisabeths stirn größer. einmal ist sie spät abends zu mir ins zimmer gekommen, hat natürlich geklopft, weil ich so schlimm gehustet hat, dass sie sich sorgen gemacht hat. sie fragt auch immer viel nach, wie es in der uni läuft usw.
gestern, da war samstag und monatsanfang zugleich. wisst ihr, es ist schwer, in paris keine komplexe zu bekommen. die menschen sind hier alle dermaßen chic und alle versuchen zumindestens elegant zu sein. ich mit meinen turnschuhen und den jeans, die mir zu groß sind, weil enge jeans mich annerven, mit meinem wolfskin rucksack (in deutschland laufen ALLE damit rum!!!) und den kurzen haaren fall ich total heraus und man erkennt mich sofort als erasmusmensch. es gibt schlimmeres. aber gestern dachte ich mir, ich passe mich an, den das muss man ja, wenn man in einem fremden land lebt: sich an die menschen anpassen. also ging ich shoppen. sehr erfolgreich, natürlich.
ich musste auch wieder eine runde bücher kaufen, ich muss ca 18 bücher bis nächste woche gelesen haben. und natürlich muss ich mir zu jedem buch notitzen machen. ich versteh nicht alles, es ist frustrierend. ich habe schon letzte woche im unterricht gemerkt, auf was für einem hohen niveau die anderen studenten sind (gut die meisten haben auch schon zwei jahre literatur studiert), ich komme mit, aber das französisch ist ein hindernis. ich werde viel lernen.
gestern abend musste ich wieder babysitten. dabei war nuit blanche, ein rienspektakel in paris, museen haben die ganze nacht auf, es gibt lichtshows, künstleraktionen. ich hätte zwar eh nicht viel spaß dabei gehabt, denn ich wäre, wieder mal, alleine herumgelaufen.
der halbbruder von gabriel ist da und wir haben n bisschen gequatsch, aber irgendwie sind wir beide schüchtern. tja. ich habs halt nicht so mit menschen. katzen liegen mir eher.

heute bin ich in den park tuileries. ist auch schön. nicht so schön wie der park luxemburg. direkt am park tuileries ist das louvre, in dem war ich bisher noch nicht. dafür war das wette heute auch zu gut. ich setzte mich also an den teich, mit all den anderen hundert menschen, in einem kleid, las meine bücher.
danach ging ich ins kino. "les amours imaginaire". ein sehr sehr guter film. er wäre bestimmt noch besser gewesen, wenn ich mehr verstanden hätte. aber das waren junge französische menschen, die sprachen krass schnell und wirklich mit ganz irren wörtern und abkürzungen. aber die schauspieler waren große klasse und alleine ihnen zuzuschauen war toll. ein film über das klassische thema der unerwiederten liebe. aber ganz frisch und leicht zugänglich, überhaupt nicht banal. es liegt wohl daran, dass viel über bilder, die aufnahmen und die musik transportiert wird. ganz große klasse. auch einer der filme, die ich gerne auf dvd haben möchte. hoffentlich gibt es die alle, bevor ich paris verlasse. unwahrscheinlich? i dont know.

das wars.

achja. mittlerweile gefällt mir paris so gut, dass ich mich frage, wie ich in ein paar monaten wieder in oldenburg leben kann. so schnell kanns gehen.

Museum Pompidou





Parc Bercy