Dienstag, 9. November 2010

ich habe schmerzen

ich habe mich verbrannt. am ofen, beim herausholen einer glasschalfe, darauf achtend, dass sich gabriel in seinem eifer nicht verbrennt. ein schön ekliger fettstreifen und eine recht große brandwunde. jetzt trage ich eine kompresse mit einer kartoffel (hat elisabeth drauf gemacht) und später werde ich mir mandelöl draufschmieren. es tut weh. ziemlich. achja, ich sollte vielleicht auch sagen wo: am unterarm, auf der oberseite. ob die haare nachwachsen?

gestern und heute war uni. gestern war es superkalt, 0° und regen und ich hab nur einen übergangsmantel mit drei knöpfen, also habe ich mich nachmittags auf die suche nach einem wintermantel gemacht. eigentlich habe ich kein geld für einen mantel. schön blöd stephanie. naja, ich hab dann einen bei gap gefunden, wo ich als vip mitglied 30 prozent drauf bekam (es lohnt sich vip mitglied zu sein bei gap). ich habe mir dazu strumpfhosen gekauft, ich bin immernoch auf der suche nach der perfekten, die meisten sind entweder zu kurz oder zu lang oder sie kratzen, wenn sie eh nicht rumrutschen. ich habe die größere größe genommen, für menschen zwischen 1,54-1,84 m und so 60-80 kg. mir, bei einer größe von 1,70 m und einem geheimen gewicht, ist die strumpfhose zu klein. habe ich längere beine als der britische durchschnitt? ich weiß, das ist völlig uninteressant. ich hab mir auch ausversehen ein kleid bei h&m gekauft, was hab ich da überhaupt getan, ich mag h&m nicht, ich finde da nie was, wie konnte das passieren? und eine jogginghose. okay, ich habe eindeutig ein problem. ich werde mich in den nächsten zwei wochen nicht mehr dieser einkaufshalle nähern. und ich sollte h&m nicht mehr als abkürzung nehmen.

heute morgen in der uni bin ich eingeschlafen. nicht das erste mal. in der pause trank ich sehr viel cafe und konnte zuhören. gestern ging es gut, wir haben uns mit dem pronom relatif beschäftigt, in all seinen details der letzten jahrhunderte und all seiner vielfältig, die es aktuell gibt. ich habe alles verstanden, ich bin sehr stolz auf mich. auch wenn ich das familiäre pronom relatif nicht verstehe, weil das nirgendswo gelehrt wird und von den meisten gebildeten erwachsenen so auch nicht benutz wird.

ansonsten verbrachte ich einen sehr schönen nachmittag mit gabriel. eigentlich ist es immer schön mit ihm. gut, manchmal zoffen wir uns (gestern wieder richtig, wir sind beide sehr rechthaberisch, er aber noch stärker) aber kurz danach ist alles wieder okay. das hat er mir beigebracht: nicht nachtragend zu sein. streitereien dürfen sein aber danach kann man sich wieder gern haben. manchmal ist das auch anders, da ist er fürne weile schlecht gelaunt. da bin ich oft diejenige, die sich beruhigt und einen anderen ton anschlägt.

heute haben wir diese bilder mit dem mac gemacht. ganz typische macbookphotos.

ich kümmer mich gerne um ihn, er bereichert meinen alltag und verschönert mir den aufenthalt.

Sonntag, 7. November 2010








gestern war es so grau und es hat nur geregnet, sodass ich zuhause blieb und den tag im bett zelebrierte. ich arbeitete ein wenig an meinen hausaufgaben und ging früh schlafen. heute wollten wir in das museum für moderne europäische fotografie. aber es hatte geschlossen! ich habe auch leider die ausstellungen verpasst, die bis ende oktober liefen, darunter waren sehr sehr interessante sachen bei.
wir gingen also in das museum der geschichte paris. dadurch liefen wir im marais, dem vierten arrondissement, herum, und wie ich dieses viertel liebe! das museum war eher langweilig. danach gingen wir einen kaffe trinken und schon war der tag vorbei.

zwischendurch schleicht sich immer ein schlechtes gewissen ein, diese stadt nicht noch intensiver zu nutzen, sie hat so viel zu bieten. am anfang war mir das alles verschlossen. ich sah nur große gebäude und viele touristen. jetzt ist das anders. hier lebt man am puls der zeit. hier findet ein großteil der europäischen kultur statt. manchmal denke ich, wie gerne ich hierher ziehen würde. studieren. weil das studieren hier so intensiv ist. ich habe das gefühl, viel mehr zu lernen als in deutschland. viel mehr zu erleben. mehr zu leben.

5. November





ein herbstliches, warmes Paris.

Mittwoch, 3. November 2010

"Je pense, a répondu l'enfant. Pour ca il faut que je sois seul."



agnes obel- riverside. ihr album ist ein gemisch aus feist und soap&skin. nicht so fröhlich wie die erste, nicht so düster wie die zweite.

heute kann ich mich nicht konzentrieren. ich habe viel geschlafen, wie ein stein. ist es das graue wetter? bin ich krank? ist es traurigkeit?

in dieser familie dreht sich alles um das kind. die eltern reden und kuscheln nur mit ihm. es existiert kein wirkliches paar mehr. sie redet fast nur mit spott und er redet gar nicht. die stimmung ist nicht gespannt, es gibt einfach keine stimmung. nur zwei menschen, die sich nichts mehr zu sagen haben, ohne hass, ohne liebe. sie ist oft schlecht gelaunt, angespannt. selten fröhlich und gelassen. sie arbeitet nur, macht nie etwas anderes. nie. hat sie freunde? ich denke nicht. und er? nein.
deswegen ist es manchmal auch für mich schwer, da einzusteigen. manchmal hat keiner lust zu reden zu zuhören, obwohl wir alle im selben raum sind und nichts zu tun haben. reden mit stummen menschen, die nicht aus sich herauskommen.

ist das die zukunft, die gegenwart vieler menschen hier? 12 stunden arbeit, 8 stunden schlaf, 4 stunden tv? keine freunde, weil man zuoft umgezogen ist, der partner ist nur noch freundlicher aber uninteressanter mitbewohner. manchmal ins museum, ins kino, aber meiste zeit bildungsfernsehen. bin ich naiv?

Dienstag, 2. November 2010

erster tag in strasbourg. schöne fahrt, voller vorfreude. das treffen, umarmungen, sprachloses glück. wir gehen shoppen, erledigen dinge, oh guck mal die kathedrale - nein das ist eine normale kirche. jugendherberge: wir sagen nein danke und suchen uns ein richtiges hotel. ein charmantes, zentral gelegenes hotel, eckzimmer, groß, gemütlich, schöner ausblick. wir gehen wieder in die stadt und oooohhhh schau mal an DAS ist eine kathedrale. 11 uhr abends und wir wollen essen, und was finden wir? ratatouille a la elsace mit grumble und wein, es war furchtbar, wenn der laden auch sehr süß ist. dann ein paar grottige cocktails trinken. um 4 uhr nachts sind wir sehr dankbar über die zeitumstellung. ein misslungener tag voller lachen und gekicher und überraschungen ist vorbei und wir schlafen ein, in unserem großen gemütlichen bett.





zweiter tag. müde und ausgehungert gehen wir in die stadt. wir frühstücken im bistro & chocolat zumindestens ich früchstücke ein wahnsinnig gutes frühstück. dann sightseeing, alles ein wenig durcheinander, auch der zweite tag ist ein organisationsdesaster. aber was solls, wir erlebten dieses desaster gemeinsam und entdeckten auf umwegen eine wunderschöne charmante kleine stadt. es dunkelte früh und wir machten uns wieder auf nahrungssuche. wir planten unseren letzten halben tag. das wetter war wunderschön, so ein herbsttag ist der ideale moment um eine stadt zu besichtigen.






dritter tag. langes frühstück im hotel, dann eine erneute siesta, zwei tage durchlaufen, wir waren körperlich am ende, ich hasse kopfsteinpflaster. wunderschönes wetter, wir wollen eine bootstour machen, doch alles ist belegt, enttäuscht und verärgert über uns selber gehen wir einkaufen. versuch mit der tram die europäischen institutionen zu besuchen scheitert kläglich und auf einmal ist zuwenig zeit da. abschied und rückfahrt, ankunft spätabends. wieder alleine in paris.



Donnerstag, 28. Oktober 2010















heute waren wir in der cité des sciences et de l'industrie.

Die Cité des sciences et de l’industrie (dt.: Stadt der Wissenschaften und der Industrie) dominiert den nördlichen Teil vom Parc de la Villette im 19. Arrondissement von Paris. Sie ist Herzstück einer Einrichtung zum Zweck der Förderung der wissenschaftlichen und technischen Kultur: Mehr als ein Wissenschafts-, Technik- und Industriemuseum bildet sie eine eigene Stadt (Cité) und ist das größte populärwissenschaftliche Museum Europas.


es ist sehr modern, sehr groß und beinhaltet extrem viel. wir haben uns dem spielerischen teil gewidmet und waren in der cite des enfants 6-12 ans. was ziemlich toll ist. es gibt verschiedene bereiche: fabrik, garten, kommunikation, körper, wasser, tv.
was man da für sachen machen kann!! zb gibt es in der fabrik einen roboterarm, diese gelben arme, die in den fabriken eingesetzt werden, der baut dir aus ein paar grundbausteinen ein haus, was du ihm vorher per pc eingegeben hast. sehr anschaulich und hypermodern. oder es gibt da so eine druckmaschiene, da kann man seine eigene box aus papier erstellen! es gab sehr sehr interessante sachen zu sehen. im körperbereich gibt es viele spiegel, einige haben einen bildschirm eingebaut, in denen man sein gesicht verändern kann und das bild anschließend ausdrucken. es gibt einen sehr plastischen film über die entstehung und entwicklung des menschen im mutterleib. im bereich garten geht es um ameisen und schmetterlinge. es gibt insgesamt sehr wenig zu lesen und alles ist reduziert, sehr kindgerecht und direkt zum anfassen und erfahren. im vergrößerten, betretbaren ameisenbau wohnen wirklich ameisen, man sieht das auf den bildern gut: cimetier heisst friedhof. es gibt auch ein schild, ziemlich direkt daneben, auf dem steht "restaurant". ein wenig makaber.
das highlight ist natürlich der tv bereich. es wurde ein filmstudio nachgebaut. in einer ecke gibt es die wetternachrichten, einen fliegenden teppich, ein auto und dann einen filmbereich wo die kinder als band auftreten konnten. es gibt kameras, einen regisseur, bildeffekte und eine zentrale, in der ein kind entscheiden kann, welche kamera gerade auf dem hautpfernseher für die eltern gezeigt wird.
wahnsinnig gut gemacht alles. das hätte ich mir auch gerne ausgedacht. und es dann umgesetzt.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

maquette


am montag haben wir nur am exposé gearbeitet, heute ein paar verbesserungen, manchmal kriegen wir uns in die haare, wir sind beide perfektionisten. er denkt aber an alles. es gibt nicht nur tickets, sondern aus aushänge, trinkgeldbecher, schilder für die toiletten, ein pass um mehrere expos besuchen zu können....

hier seht ihr unser modell. man erkennt es nicht sehr gut auf dem bild. es zeigt eine offene mine und eine fabrik und miniminimnihäuser (wir haben über die größe diskutiert, er wollte dass sie so klein bleiben). zuerst mussten wir (ich) die zwei holzbretter zusammenhauen, dann haben wir sie angemalt (rot oder orange, mit flecken oder ohne flecken?), dann diskutiert, was wir überhaupt machen wollen. ich musste ihn immer wieder daran, was man mit ton alles NICHT machen kann. dann haben wir steine gesucht, eher gesagt ich, er wühlte einfach im dreck. dann alles zusammenschustern, wobei er meiste zeit mit dem auto gespielt hat. zwischendurch versteckten wir es vor der mutter. derzeit trocknet es im zimmer, wir malen es die nächsten tage weiter an.

heute durfte ich, mal wieder, was von der deutschen playmobilseite übersetzten. was heisst luftfahrzeugmechaniker oder klettersaugknöpfe? hauptquartier? kurzsichtigkeit?

Palais de la Découverte








Gestern waren wir im Palais de la Découverte. Das ist erstmal ein monumentales Gebäude im 8 Arrondissement. Ein sehr reiches Viertel, viele monumentale Bauten, Regierungsgebäude und Museen finden sind dort. Und der Champs d' Elysées. Und Gucci. Natürlich. Also das Museum war nicht so prickelnd. Recht veraltet und zudem überfüllt. Es ist hauptsächlich an Kinder gerichtet und beschäftigt sich mit den Wissenschaften. Auf spielerische Weise, es ist ganz nett aufgemacht. So haben wir einen Nachmittag sehr schnell rumgebracht, es gab interessante Dinge zu sehen, Gabriel kannte und wusste schon sehr viel, für ihn das das Museum nicht ganz so "decouverte". Der Mond war recht beeindruckend. Es gab eine Ausstellung übers Fechten, man konnte selber auch fechten. Ich würde gerne fechten können. Woher kommt nur dieser Wunsch in mir, sehr bourgeois und klassisch erzogen zu werden?
Ich hab mir einen Spaß gemacht und Gabriel schwarz fahren lassen. Macht viel mehr spaß, sich zu zweit durch den Fahrkartenkontrollen zu quetschen. Seine Karte hätte einen Euro gekostet. Das Highlight des Tages für Gabriel, war die Entdeckung der irren tollen Spieledemos auf meinen Handy. Abends habe ich mich um halb zehn ins Bett gelegt und war nach 2 Minuten am schlafen (das kommt zweimal im Jahr vor, dass ich so schnell einschlafe!!). Ausgeschlafen war ich dann bereits gegen halb fünf. Und quälte mich mit absurden Träumen (ne riesen Party bei meinen Eltern) durch den Morgen.

Montag, 25. Oktober 2010

i'm not a humain anymore

gestern war ich im kino, im lang erwarteten "biutiful". man muss dazu sagen, dass der hauptdarsteller eine goldene palme in cannes gewonnen hat und der film überall intensiv diskutiert wird. jetzt, wo ich ihn gesehen habe, verstehe ich die kritikpunkte der journalisten. dennoch mag ich den film.
er ist hart, wie eine faust in den magen. er ist völlig überladen, aber dennoch realistisch bis auf die knochen. ich habe dreiviertel der zeit geheult, aber so richtig. immer wenn javier bardem am weinen war oder schwäche gezeigt hat. keine ahnung, wann ich das letzte mal so viel bei einem film geweint habe.
hinterher fühlt man sich schlecht. man ist angewidert von der welt und seiner eigenen ignoranz. die welt ist ein furchtbarer ort. einige kritiker kritisierten eben das an dem film, aber was kann der film für die tatsachen, für die welt? man kann einem film nicht vorwerfen, wenn man sich schlecht fühlt. doch naja, "notre jour viendra", und sicherlich auch andere filme, die eine brutalität verwenden, die nichts repräsentiert außer die brutalität selber.
auch dieser film war in der originalversion und langsam fange ich an, es zu schätzen, wenn die filme nicht synchronisiert sind. klar, hat mir jeder schon mal gesagt, aber da gings um n hollywoodblockbuster oder um ne serie auf englisch. aber spanische, italienische, koreanische filme, erstens, die sind nicht mainstream und zweitens, wer will die schon in original sehen? viele. ich. die echte stimme, das echte knacken des mikros möchte ich hören.

heute war der erste ferientag und gar nicht so schlimm wie gedacht. ich bin erst um halb zehn aufgestanden. nach dem frühstück habe ich zwei stunden mit gabriel am pc an seiner präsentation über die besiedlung des mars gearbeitet. genau, die mögliche besiedlung, die mehr als tausend jahre dauern würde (gott wie absurd). dann haben wir an einem modell gearbeitet (tiens, mein werkunterricht hat nun also doch seine anwendung gefunden, und bewunderung von gabriel). holz zusammenhauen, es anmalen, steine suchen und sie waschen, mittagessen und dann eine stunde schlafen um dann mit ton und steinen eine miene zu bauen (da wird kohle abgebaut, das verbrannt wird, um den planeten zu erwärmen), weiter an der präsentation arbeiten (der junge beherrscht die power point präsentation besser als jeder erstsemestler) und dann essen. insgesamt war es recht anspruchsvoll, denn ideen mussten besprochen, texte verfasst, modelle wollten erstellt werden - mit einer recht schwierigen kommunikationssituation, ein 8-jähriger junge und eine ausländerin, wir redeten oft aneinander vorbei, brauchten lange um den anderen zu verstehen. aber wenn wir uns verstanden, dann gut. ich musste nebenbei noch aufräumen und essen machen. alles überwachen, alles verbessern. aber es war gut, wir verstanden und super, es war witzig.

heute habe ich zum ersten mal daran gedacht, dass ich gerne länger in paris bleiben würde. dass ich gerne einfach hierbleiben würde, weiter studieren und arbeiten. das wort "auswandern" echote in mir. lautstark. illusionen.

Sonntag, 24. Oktober 2010

heute ist sonntag, also kinotag.
"biutiful" ist nun raus, von einem regisseur und mit einem hauptdarsteller, deren filme ich mir alle noch anschauen muss. wenn ich diesen film mag.
ich mag kinowerbung. sie ist oftmals nicht so heischend nach aufmerksamkeit, laut und schnell und kreischend, wie tvwerbung. im kino, wenn es bereits halbdunkel ist, kann man sich sicher sein, in besitz der vollen aufmerksamkeit der zuschauer zu sein. und der große bildschirm verlangt ein wenig mehr ruhe. das macht scharf geschnittene trailer wahrscheinlich umso aufreibender.
einer meiner lieblingswerbungen ist der kurzfilm von guy ritchie mit jude law für dior homme parfum. die musik kommt von muse, es spielt in paris, mit einem wahnsinnigen blick auf den eiffelturm vom place trocadero, deswegen lohnt es sich diesen kurzfilm anzuschauen. ich finde, er ist paris pur. jedenfalls das klischee, das schöne bild von paris. und wer mag nicht gerne illusionen?
es gibt im kino einen trailer zu dem film, der auf die volle version im internet hinweist. ich hab mir heute mal die volle version angeschaut. und ich mag die kurze version lieber. beide haben ihren charme.
ich musste echt eine ewigkeit suchen bis ich die trailerversion fürs kino gefunden habe. die werbung fürs fernsehen ist nicht annähernd so schön wie die fürs kino. was sich eben dadurch erklärt, dass man im kino eine ganz andere zuschauersituation hat.

Freitag, 22. Oktober 2010

babykätzchen


heute hatte ich ein dreistündiges seminar, wir haben einen text von balzac auseinandergenommen. was super ist, denn ich muss eine hausaufgabe über einen anderen text von balzac schreiben (ich hatte auch letztes jahr bereits ein seminar über balzac, zum glück mag ich ihn) und hab somit eine gute grundlage.
ich hab mich auch einmal gemeldet und es ist mir schon öfters passiert, dass kurze zeit nachdem ich im unterricht gesprochen habe, später sich leute zu mir umdrehen, mich fragen, woher ich komme und dann auf deutsch quatschen (nicht immer) . heute war es eine sehr symphatische studentin im dritten jahr, die einen beeindruckenden lebenslauf hat. mutter amerikanerin, deswegen spricht sie englisch. vater spanier, deswegen ist sie in salvador aufgewachsen und spricht spanisch. sie besuchte eine deutsche schule (ich frage mich, wie die eltern ihr bei den hausaufgaben helfen konnten?), deswegen spricht sie fast akzentfrei (!!!) deutsch. naja und nun studiert sie literatur in paris. bref, ein lebenslauf, den ich auch gerne hätte. nach einer weile kam das mädchen wieder, was neben mir saß und auf klo war (es war pause) und wie ich bereits vermutet habe (sonderbarerweise geht das bei allen deutschen auf den ersten blick, meinem prof in textanalyse habe ich auch sofort angesehen, dass er deutsch ist. das ist so ein gefühl, intuitiv. aber diesmal gaben auch ihre hefte und ihr rucksack (!!!) darüber auskunft, dass sie nicht französin sein kann) ist sie auch deutsch und klinkte sich ins gespräch ein. wir sind nun über studivz befreundet und mit wem ist sie noch befreundet? mit dem mädchen, dass ich hier zufällig auf dem flur getroffen habe, mit dem ich mein abi gemacht habe.
dann musste ich wieder zum bahnhof laufen, weil die busse nicht fuhren. was mich jedesmal 20-30 minuten mehr kostet. was ist das für ein land, in dem 20 und jünger jährige für ihre rente kämpfen? einerseits ist es logisch, weil es sie betrifft. andererseits ist es absurd. ich verstehe ja, dass es ärgerlich ist, länger arbeiten zu müssen um dann vielleicht einen hungerlohn zu bekommen. es ist scheiße für die frauen, für die armen. aber wenn der staat es nunmal nicht finanzieren kann? woher soll er das geld nehmen? ich bin, glaube ich, liberaler als ich dachte. ich finde, der staat hat mir eine exzellente ausbildung quasi geschenkt, sichert mich mein ganzes leben lang ab, im falle von mutterschaft, arbeitslosigkeit, ect. dass ich persönlich das gefühl habe, dass ich meinen teil dazu beitragen kann. und mich privat um eine zusätzliche rentenversicherung kümmer. dass ich mich persönlich darum kümmere, dass ich später soviel geld habe, wie ich möchte. ich mag es nicht, abhängig zu sein. und die anderen, die sollten auch selbstständiger werden. wenn sie es können.

dann plagten mich kopfschmerzen und andere dinge. ich schlief, während gabriel seine playmobil sachen malträtierte. später wurde es dann lustiger, als die eltern dazu kamen, wir uns unterhielten. ich kann verstehen, warum gabriel gerne einzelkind ist. auch wenn er nicht wissen kann, was ihm dabei entgeht.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

was mich ziemlich annervt, ist meine brille, die ständig dreckig ist. und oft nervt mich auch gabriel an. manchmal auch seine mutter. ich bin sehr müde diese woche. ich kränkel herum. ich hatte diese woche zuerst das gefühl, dass ich das mit der uni nicht schaffe. all diese hausaufgaben und klausuren und mehrseitigen hausaufgaben. und das alles auf französisch. aber ich habe die mehrseitigen hausaufgaben auf zwei reduziert und ein test. für november. danach stehen noch ein paar klausuren und zwei hausaufgaben an. vielleicht n paar tests. es geht voran.
nicht voran gehen die streitereien über die rente. es wird gestreikt und blockiert was das zeug hält. ich weiß nie, wie lange ich wo warten muss, ob mein bus oder mein zug kommen wird, ob ich irgendwo stecken bleiben, ob wieder mal dreihundert menschen sich auf einen raum ausgelegt auf 80 quetschen müssen. heute, nach der uni, ich war sehr müde und sehr hungrig, ging ich zum bus und wartete und die anderen menschen herum waren alle ständig verwirrt und irgendwann dachte ich mir hm, was denn los. die blumenverkäuferin rief mir irgendwas zu, also beschloss ich, meine kopfhörer abzusetzten und stellte fest: die gesamte straße war gesperrt. deswegen war es so ruhig! also marschierte ich los, mit einer frau, die ständig alles beschimpfte und vor sich hinfluchte. die straße ist vierspurig, aber kein auto fuhr. irgendwann sah ich sie dann, die polizisten. ich bin an polizisten gewöhnt, das aufgebot in der bahnhöfen ist nicht schlecht. sie laufen nicht mit pistolen herum, sondern mit gewehren. sie sehen aus wie im krieg. während ich auf dem weg zur uni bin. dann frage ich mich: gegen wen oder was beschützen sie mich? wer will mich oder die anderen angreifen? und dass derart brutal, dass so eine ausrüstung gerechtfertig ist? naja, auf alle fälle standen an der straße entlang mindestens 10 polizeibullis. ich kam erst später auf die idee, dass es eine demonstration geben könnte, zuerst dachte ich, warum auch immer, dass es einen unfall gegeben haben muss, und ich dachte an den menschen, der das verursacht haben könnte. ob dem wohl bewusst ist, wie weitreichend sein verhalten ist? dann dachte ich, an den menschen, der vielleicht dabei gestorben ist, denn es muss ja ein ganz schön heftiger unfall gewesen sein, wenn eine ganze straße gesperrt ist. mir kam der gedanke, dass, wenn ich mal sterben sollte, es nett wäre, wenn ein paar straßen, vielleicht ein ganzes viertel von einer stadt wie paris lahmgelegt wären. in den moment, in dem ich sterben würde, würde chaos ausbrechen und für ein paar stunden müssten einige menschen umwege gehen.
naja, aber dann bemerkte ich, dass dieses aufgebot an polizei und das absperren von straßen doch eher zu einer demonstration passt. da hörte ich auch schon die ersten menschen kreischen. es waren schüler. es wird sehr stark diskutiert, was man davon zu halten dass, dass schüler und studenten so sehr demonstrieren, gegen diese rentenreform. die frage nach manipulation taucht auf. und wenn ich im fernsehen diese 16-jährigen sehe, die ihre schule verriegeln, dann kann ich sie nicht ernst nehmen.

nachdem nun diese eingewöhnungswochen beendet sind und der unialltag begonnen hat und wir somit richtig in die materie eingehen können, fällt mir auf, dass ich nichts anders mache, als texte zu interpretieren. nichts anderes. ich gehe von einen kurs in den anderen und interpretiere bzw ich lerne, wie ich richtig analysiere. mittlerweile mussten auch die ersten ihre referate halten und bisher sind alle kläglich gescheitert. sie haben es gut vorgetragen, waren gut vorbereitet aber es war dennoch hmmm am thema vorbei.

ich fahr übernächstes wochenende nach straßbourg. und danach habe ich geburtstag. 24. ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll.

Sonntag, 17. Oktober 2010

biutiful

jedesmal wenn ich diesen trailer im kino anschaue, bekomme ich gänsehaut. ich freue mich seit ein paar wochen auf diesem film - nächste woche kommt er die kinos!

amore











ich komme gerade aus dem film "amore" mit tilda swinton. ein unkonventioneller film, obwohl es über eine sehr reiche italienische familie geht. der film ist auch auf italienisch. die familie lebt von einer firma, vom großvater gegründet. als der stirbt, vererbt er es an seinen sohn und an seinen enkel - überraschenderweise. der enkel ist auch derjenige, der entsetzt ist, über die vorgehensweise in der firma und es trifft ihn hart, als die fabrik verkauft werden soll. seine schwester, zum unmut vieler, malt nun nicht mehr, sondern fotografiert. schneidet sich die haare kurz und liebt eine frau. tilda dagegen verliebt sich in den koch. der film geht zuerst sehr subtil vor. dann schmeisst er einen in die schönsten liebes und sexgefühle. sehr schön aufgemacht, man hat sich gleich mitverliebt bzw wäre gerne verliebt. dann kommt die tragödie. ich weiß nicht, wann ich zum letzten mal bei einem film geweint habe.
ein sehr durchdringender gleichzeitig aber stiller film. jedesmal, wenn ich einen film anschaue, der mich fast schon in einen schockzustand zurücklässt, denke ich, kein film konnte und kann mich so berühren. bis ich dann im nächsten film sitze und denke, wie sehr ich das kino liebe.

das kino ist im 13 arrondissement, in einem sehr neuen viertel. es gibt viele hochhäuser, mordern, mit viel glas. das kino hat einen shop, in dem allerlei interessantes verkauft wird. ich hab ein paar bilder gemacht.

ansonsten lag ich den ganzen tag im bett. sonntag halt.

hier der trailer zu "i am love" bzw "amore"